Wein
Nach über 40 Jahren kehrt der Wein wieder in den Garten zurück. Über 600 Reben wurden in der bekannten Rebschule Burger aus Zeiselberg nähe Gobelsburg bestellt und reserviert. Die späte Aussetzung hat mit der Gesundheit von unserem Weingartenbauer Martin zu tun. Nach langer Diskussion über die richtige Rebenwahl (Piwi und Co) haben wir uns für einen ganz traditionellen Riesling entschieden. Der Kögl verlangt nach einem Riesling. Wir glauben mit dem Klima und dem Boden einen idealen Standort für ein gutes Produkt bieten zu können. Jetzt geht es an die Arbeit. Martin hat schon die ersten Vorarbeiten erledigt und etwas Werkzeug in die Weingartenhütte gebracht. Auch das Mähen mit dem Traktor und die Vorarbeiten mit dem Boden sind erledigt. Geregnet hat es auch schon, nach langer Trockenheit ist daher endlich angerichtet. Der Wein kommt zurück in den Garten. Wir sind sehr stolz darauf und danken allen Beteiligten – Hermann dem Künstler der Trockensteinmauern, Martin dem Weingarten Virtuosen, Gerhard (Burger) für die Reben und dem Lagerhaus für die Begleitung.
Gestern, am 26. 6. 2026, ein schönes Datum, wurden wir mit dem Setzen der Reben fertig. Es war kein leichtes Spiel. Martin, unser Profi aus Bayern hatte alle Hände voll zu tun. Viele Steine verhinderten ein leichtes Einschlagen der Stöcke. Zahlreich zersprangen die Akazienhölzer und es musste mit dem Spaten mühsam die Steine entfernt werden, und dass bei fast über 40 Grad im Schatten. Auch mit den Reben hatten wir zu tun, unterschiedliche Unterlagen machten uns zu schaffen, aber mit viel Geschick und Ausdauer schaffte es Martin schließlich alle Reben zu pflanzen. Jetzt müssen sie nur mehr wachsen! Wasser muss her. Die Hitze macht auch den Reben zu schaffen! Aber erst durch die Reben kehrt jetzt wieder Leben zurück in den ehemaligen Weingarten! Ein großer Dank gilt Martin, der schon in den frühen Morgenstunden mit viel Geschick und Ausdauer die Reben an den richtigen Platz gebracht hat. Unser Motto im Weingarten, alles aus Holz und in strenger Ordnung. Es soll schön ausschauen! Ein Weingarten mit System eingepackt und umgeben von einer Naturlandschaft mitten in Krems/Stein, dem Kögel! Alles händisch mit Spaten und Krampen, echte Handarbeit! Jetzt hoffen wir auf Regen und die weitere Planung des "anderen" Weingarten geht weiter.
Wein ist Kunst und Martin Neulinger unser Künstler:
Von wo kommst du her? Was war deine Ausbildung?
Geboren 1974 in Mühldorf am Inn/ Bayern. Ich bin gelernter Kfz Mechaniker, ausgebildet bis zum Kfz Meister.
Wie bist Du zum Weinbau gekommen?
2010 bin ich nach Krems ausgewandert und habe hier 3 Jahre als Servicemeister bei der Fa. Birngruber gearbeitet. In dieser Zeit habe ich hier den Weinbau kennen und lieben gelernt.
Ausbildung zum Facharbeiter für Weinbau nebenbei in einer Abendschule gemacht. Danach habe ich einige Jahre in verschiedenen Weinbaubetrieben gearbeitet und viel Erfahrung gesammelt.
Vor 8 Jahren wurde ich dann selbstständig. Das heißt ich arbeite je nach Bedarf, wo ich gebraucht werde in verschiedenen Betrieben.
Mache alles im Weingarten, meine Leidenschaft ist aber das Trockensteinmauern.
Warum habt Ihr Euch für den Riesling entschieden?
Wenn auch schon einige Winzer auf Piwis (pilzwiderstandsfähige Sorten) setzten, entschieden wir uns jedoch für den klassischen Riesling, der hier am Steiner Kögel die optimalen Bedienungen vorfindet, und deshalb auch an diesem Weinberg hauptsächlich steht.
Wie wird sich der Klimawandel auf den Weinbau auswirken?
Ja, das Klima ändert sich, aber wir finden schon, das die autochthonen Sorten erhalten bleiben sollen. Mit 600 Reben haben wir dem Kögel wieder mehr leben eingehaucht. Neben den Reben werden viele Obstbäume, Sträucher und Gemüse am gesamten Gelände verteilt gepflanzt, das auch für eine Beschattung und Biodiversität sorgen wird. Die Bewässerung der Reben erfolgt über eine Tropfbewässerung, die in die Bewässerungsgenossenschaft vom Kögel eingebunden ist. Falls wir zusätzlich gießen müssen, können wir auf das gesammelte Regenwasser, das in einer Zisterne gesammelt wird, zurückgreifen.
Die Unterstützung, Drahtrahmen konstruierten wir alles aus geschnitten Akazien Pfählen und Stecken. Zu einem passt das gut in die Landschaft und zum Gebäude und zum anderen wollen wir kein Zink im Weingarten.
Händisch oder mit Traktor?
Den Weingarten, der schon Jahrzehnte brach lag, legten wir so an, das alles maschinell bearbeitet werden kann, bewirtschaften aber dann alles mit Kleingeräten, um den Boden nicht zu verdichten.
Dazu hatten wir die letzten zwei Jahre ca. 1000 Quadratmeter Trockensteinmauern fabriziert.
Um unsere Gerätschaften unterzubringen, haben wir an Rande des Geländes, gut eingebunden, eine Steinhütte mit traditionellen Holzschindeldach erbaut.
Biologisch oder traditionell?
Pflanzenschutz werden wir biologisch machen, verzichten jedoch auf eine Zertifizierung. Wir brauchen dafür keine Kontrollen, da wir aus Überzeugung nachhaltig, umweltbewusst, mit und nicht gegen die Natur wirtschaften.
Wann wird es die erste Ernte geben?
Der Anfang ist gemacht, bis zur ersten Lese im Herbst 2028 steht aber noch viel Pflege an.
Was treibt Dich an?
Ich genieße es in der Natur zu arbeiten und bewirtschafte ausserdem noch meinen eigenen Weingarten am Loibenberg.
Du machst viel Sport warum eigentlich?
Sport ist mir sehr wichtig, ich halte mich mit Radfahren, Laufen, Schwimmen und Fitness fit. Ist auch ein guter Ausgleich.
Wo würdest du gerne auf Urlaub fahren?
Urlaub ist für mich nicht vordergründig, ich arbeite wo andere Urlaub machen. Ein paar mal im Jahr fahre ich in meine Heimat, Familie und alte Freunde besuchen, natürlich mein Rennrad immer dabei!